Wer mein ‘I love Regensburg’ Projekt auf Facebook verfolgt hat weiß, dass ich einen Shop mit entsprechenden Merchandise-Artikeln aufgebaut hatte.
Nun hatte ich das sicherlich nicht wegen den horrenden Verdienstmöglichkeiten getan (mal ehrlich, in den fünf Monaten hatte ich rund 1.400,- € eingenommen und 8.000,- € investiert), sondern hatte sichtlich Spaß an der ganzen Sache. Ich wollte das ganze ausweiten. Der Shop war vorhanden und es musste nur noch ein Name für das Kind her. ‘Tee’, die englische Abkürzung für T-Shirt sollte im Namen vorkommen. Das erwähnte ich einer guten Freundin gegenüber und es platze direkt ‘What about Tee’ aus ihr heraus.
Zwischenzeitlich kam die Tourist Information Regensburg auf mich zu und wir wurden uns schnell einig, dass meine ‘I love Regensburg’ Artikel vor Ort verkauft werden sollen. Mir war es wichtig, gleich zu Beginn einen guten und qualitativ hochwertigen Eindruck zu hinterlassen. Deshalb ließ ich noch schnell Etiketten mit dem neuen WaT-Logo und Pflegehinweisen drucken. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Kleidungsstücke, Souveniers und Taschen gefielen der Tourist Information so gut, dass ein ganzes Schaufenster mit meinen Artikeln dekoriert wurde.
‘What about Tee‘ war geboren und nun hieß es ‘Motive, Motive, Motive’. Das erste eigenständige Motiv war ‘Meat is murder‘, bestehend aus drei übereinander gepressten Flexfolien. Erweitert habe ich das Food-Sortiment zum Beispiel noch mit dem ‘Legalize broccoli‘-Tee.
Die Produktion mit Flexfolie hat Vor- und Nachteile. Als Vorteil sehe ich beispielsweise die Langlebigkeit. Wenn Flexfolie richtig gepresst wurde, ist sie quasi unkapputbar. Der Nachteil liegt in den begrenzten Farbe, welche zur Verfügung stehen. Rund 40 Standardfarben stehen zur Verfügung, darüber hinaus noch sogenannte Effektfolien wie Gold, Silber oder auch Glitzer. Auch ist es sehr Zeitaufwändig detailreiche Grafiken für den Druck aufzubereiten. Ein kurzer Exkurs in die Welt der Flexfolie. Ein Plotter (vergleichbar mit einem Drucker mit einem Messer) schneidet aus einer Folie das Motiv aus. Anschließend wird mit einem Messer der Unrat aus dem Motiv entfernt, so dass nur noch die zu pressende Grafik auf der Trägerfolie übrig bleibt. Mit einer Transferpresse wird das Motiv dann mit hohem Druck auf dem T-Shirt aufgebracht und dauerhaft fixiert.
Meine erste Presse hatte bei einem größeren Auftrag von 65 T-Shirts direkt den Geist aufgegeben und ein Profigerät für 2.300,- € kam ins Haus. Damit lässt sich nun eine Fläche von 40×50 cm Pressen und kurz nach dem Kauf dachte ich darüber nach, was man noch alles pressen könnte. Nach ein wenig stöbern im Web wurde ich auf die Sublimationstechnik aufmerksam. Dabei wird mit spezieller Tinte auf ein Trägerpapier spiegelverkehrt gedruckt, um das Motiv anschließend auf einen im Übermaß mit polyesterhaltigen Untergrund zu übertragen. Das Tolle daran ist, dass sich fotorealistische Motive erzeugen lassen. Textilien sollten dabei mindestens 67% Polyester enthalten. Die Qualität und die Ergebnisse beeindrucken mich immer wieder.
Grenzen sind bei der Technik darin gesetzt, dass die Farbe Weiß nicht gedruckt werden kann. Deshalb sollten die Untergründe hell oder ganz weiß sein. Und nicht jeder mag Polyester auf seiner Haut.
Aber ich schweife ab. T-Shirts. Gute T-Shirts mit hübschen und originellen Motiven. Das war es ja, was ich wollte. Die T-Shirt Marke ‘Hanes’ hatte mich im Low-cost-Sektor überzeugt und bei meinem Lieferanten bestellte ich direkt noch welche von den schicken Retro-Taschen mit. Inzwischen bin ich von Hanes als T-Shirt-Marke abgekommen (Restbestände sind noch da und werden auch noch günstig abverkauft) und habe mich für American Apparel entschieden. AA hat mich deshalb überzeugt, weil es ein Sweatshop free Unternehmen ist. Sweatshop free sagt in dem Fall aus, dass die Produktion nicht in einem Billiglohnland wie Bangladesh o.ä. stattfindet. American Apparel produziert direkt in Downtown Los Angeles, zahlt für die Branche sehr gute Gehälter und sorgt für ein hervorragendes Arbeitsklima. Aber auch die Ware selbst hat mich überzeugt. Die Qualität ist überdurchschnittlich gut und das Angebot sehr groß.
Die neuen Klamotten wollte ich nun nicht mehr nur mit Flexfolie veredeln, sondern ich habe mir zur Aufgabe gemacht, kompliziertere Motive auf das Textil zu bekommen. ‘Siebdruck’ nennt sich das Verfahren, mit dem sich auch aufwändige und detailreiche Grafiken drucken lässt. Dabei wird ein Nylonsieb (meist im DIN A3 Format) mit einer fotosensitiven Emulsion bestrichen. Nach dem trocknen in einem abgedunkelten Raum legt man einen Ausdruck der Grafik auf transparenter Folie auf das Sieb und beleuchtet es von oben, damit die Emulsion aushärtet. Aber eben nur an den Stellen, wo das Licht hin scheint. Nach wenigen Minuten lässt sich das Sieb auswaschen. Die Emulsion löst sich eben nur an den Stellen, welche nicht vom Licht ausgehärtet wurden.
Mit einem Rakel wird die Siebdruckfarbe dann durch das Sieb und auf das Textil gedruckt. Dann muss die Farbe noch trocknen und fertig ist das neue T-Shirt. Das Verfahren ist allerdings erst richtig rentabel ab einer größeren Menge. Zumal pro Farbe in einem Motiv ein Sieb hergestellt werden muss. Da ich noch ein wenig im Training bin, dauert die Herstellung eines Siebes gut und gern eine halbe Stunde bis Stunde. Das Ausspülen des Siebs macht aber immer wieder Spaß. Vor allem, wenn man das Ergebnis auf der Klamotte sieht.
Mein Sortiment hat nun mit den vorhandenen Möglichkeiten ordentlich zugenommen und ich konnte mich mehr auf die Vertriebskanäle konzentrieren. Mein Freund Christian Bürger betreibt den Konzeptladen Schön Schräg in Wiesbaden und hat 2010 zum dritten Mal den Designmarkt ‘Lokale Helden‘ veranstaltet. Das Besondere diesmal war, dass es nicht in seinem Laden statt fand, sondern der erste Stock des IBIS-Hotels darüber gemietet wurde und jeder Aussteller ein Zimmer für sich bekam. Der Preis war angemessen und wir stellten zum ersten Mal aus. ‘Wir’, das sind inzwischen Silke Koppai und ich. Silke unterstützt mich mit neuen Motiven und Veranstaltungen. Die gute Seele im Unternehmen eben.
Lokale Helden 3 war für uns ein richtiger Erfolg. Alle Kosten wurden wieder eingespielt und sehr nette Kontakte wurden geknüpft. Mir gefiel das Ganze so gut, dass ich WaT direkt im Anschluß bei der Stijl in Mainz angemeldet habe. Die Stijl findet am 29. und 30. Januar statt und es werden wieder rund 2.500 Gäste erwartet. Wir sind sehr gespannt und werden bis dahin noch das ein ums andere Motiv an den Start bringen.
Parallel zu diesen Veranstaltungen habe ich den Shop weiter ausgebaut und wir sind nun soweit, dass wir andere Designer mit aufnehmen können. Die Wiesbadener Agentur Stijlroyal lässt nun über diesen Weg ihre Motive bei uns produzieren und vertreiben.
Ich höre jetzt an dieser Stelle mal auf und bin gespannt, was in der nächsten Zeit noch alles passiert. Sicher werde ich hier weiter berichten und euch auf dem Laufenden halten. Hier noch einmal der Link zum Shop: www.whatabouttee.de














